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Plejaden - die sieben Schwestern

Die Plejaden sind derzeit am Abend im Süden als markanter kleiner Sternhaufen zu sehen. Außerhalb von Ortschaften, unter einem dunklen Himmel, können sieben Sterne gesehen werden. Schon im Altertum waren sie bekannt und wurden auch in der griechischen Mythologie mit einer Geschichte verbunden.

Atlas, einer der Titanen, hatte mit seiner Frau Pleione sieben Töchter: Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maia, Merope und Taygete. Sie sind Nymphen, die Dionysus und Zeus erzogen. Der Himmelsjäger Orion hatte ein Auge auf sie geworfen und verfolgte sie. Zeus versetzte sie an den Himmel und auch Orion. Er muss aber am Himmel immer seinen gebührenden Abstand zu den Plejaden einhalten und kann ihnen dadurch nicht mehr gefährlich werden.

Beim Lesen der Geschichte ist es sicher nicht entgangen: da stehen nicht sieben sondern neun Namen! Sie kommen auch in den Bezeichnungen der neun hellsten Sterne der Plejaden vor. Wie das? Einer der Sterne schwankt in seiner Helligkeit: Pleione. Asterope sind eigentlich zwei Sterne. So können je nach Sichtbedingungen und dem Sehen des Betrachters bis zu neun Sterne gesehen werden. Vor der Erfindung des Teleskops gibt es eine Zeichnung der Plejaden auf der sogar 14 Sterne richtig eingezeichnet sind!

Die Plejaden sind seit langer Zeit bekannt. Vielleicht wurden sie schon sehr früh für den Menschen eine der ersten besonderen Sternkonstellationen am Himmel. Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auf der Himmelsscheibe von Nebra zu finden sind. Die Sumerer haben sie schon sehr bald (12. Jhdt v. Chr) in ihre Sternkataloge aufgenommen. Zudem wurden sie mit Schaltregeln zusammen mit Mondbeobachtungen verbunden, was auch eine Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra ist. Auch in der Bibel werden die Plejaden im Buch Hiob zusammen mit dem Sternbild des Orion erwähnt, wohl in einer Anspielung auf die griechische Mythologie (Kap. 38).

Wenn Sie mögen, nehmen Sie sich an einem klaren Abend für einen längeren Spaziergang Zeit. Warm einpacken und auf einem bekannten Weg, auf dem kein künstliches Licht benötigt wird, in die Nacht hinaus gehen und den Wintersternhimmel bewundern. Eines der schönsten Objekte mit dem bloßen Auge sind die Plejaden. Ob Sie die sieben Sterne auch richtig sehen, dazu kann Ihnen ein kleiner Feldstecher helfen. In besten Nächten sind mir schon die Sichtung von neun Sternen gelungen!

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