Dunkelnebel LDN 673

LDN 673 macht auf mich ein wenig den Eindruck eines fliegenden dunklen Drachens vor den Milchstraßensternen. Andere haben sie mit einem toten Virus in Verbindung gebracht. Hier sind unserer Phantasie kaum Grenzen gesetzt!
Die Bezeichnung LDN kommt von "Lynds' Catalogue of Dark Nebulae", der vom Astronomen B.T. Lynds Anfang der 60er Jahre zusammen gestellt wurde. In seinem Katalog wurden über 2.000 Gas- und Staubwolken aus der Milchstraße aufgenommen. Darüber hinaus gibt es auch einen ähnlichen Katalog für Dunkelwolken in Galaxien.
Die Gas- und Staubwolken sind nicht mit irdischem Staub oder Gaswolken zu vergleichen. Die Dichte einer intergalaktischen Wolke zu der Dichte unserer Luft auf Meeresniveau verhält sich 1:10^20 (eine Eins mit zwanzig Nullen)! Sie ist somit wesentlich dünner als das beste Vakuum, das sich auf unserer Erde herstellen lässt! Dennoch ist sie "dicht" genug, um das Sternenlicht von dahinterliegenden Sternen komplett abzudämpfen, denn bei einer Größe von 100 Lichtjahren und mehr kommt dann doch einiges an Staub und Gas auf dem Lichtweg zusammen! Es können bis zu einer Million Sonnenmassen an Materie in den Wolken vorhanden sein. Genügend also, um Sternhaufen und Planetensysteme um die neuen Sterne entstehen zu lassen.
Die Temperatur dieser Wolken ist sehr gering: etwa -260°C und kälter! Das heißt auch, dass sie derzeit kaum in Bewegung sind. Erst wenn die Schwerkraft in der Wolke stärker wird oder ein Impuls von außen in Form einer Sternexplosion in der Umgebung kommt, wird sich etwas an der Dynamik der Dunkelwolke ändern. Dabei spielen auch evtl. vorhandene Magnetfelder eine Rolle.