NGC 891 - ein "Spiegelbild" unserer Galaxie im All

NGC 891 liegt im Sternbild der Andromeda und hätte einen Eintrag in den Katalog von Charles Messier verdient. Wahrscheinlich aber konnte der große Meister der Kometenbeobachtung sie nicht sehen, weil das Staubband ihre visuelle Sichtbarkeit am Teleskop erheblich herabsetzt. In einer klaren dunklen Nacht ist es in einem mittleren Fernrohr gut zu sehen. Wenn aber die Bedingungen weniger gut sind, dann wird der Anblick leicht matschig und regelrecht schwierig.
Deshalb lohnte sich für mich auch eine längere Belichtung der wunderschönen Galaxie Anfang September. In zwei Nächten konnte ich mehr als 10 Stunden an einzelnen Aufnahmen belichten und sie mit dem Computer verarbeiten. Auch die Luftruhe in diesen Nächten spielte mit, sodass ich die Feinheiten des Staubbandes herausarbeiten konnte. Auch der Doppelstern im südlichen Teil konnte gut getrennt werden und in seinem farbigen Kontrast aufgenommen werden. Er ist so etwas wie ein Teststempel für die Güte der Aufnahme.
Darüber hinaus zeigen sich in der Galaxie zahlreiche Verdichtungen von Gas- und Sternwolken, die auf eine reiche Sternentstehung auch in den äußeren Bereichen der Galaxie schließen lassen. Die sogenannte Bulge, der zentrale Bauch der Galaxie ist mit vielen schon älteren, gelblich-rötlichen Sternen besetzt. Die Größe der Galaxie ist mit 150.000 Lichtjahren Durchmesser immens. Damit übertriifft sie sowohl unsere Milchstraße, die es etwa auf 120.000 Lichtjahre bringt und auch die Andromedagalaxie M31.
Die Feldaufnahme zeigt den ganzen Ausschnitt. Er enthält zahlreiche Galaxien und Quasare, die weit entfernt im Hintergrund stehen. Die schwächsten Objekte haben jenseits der 23 mag.